Aufstellungsarbeit

Jeder von uns wurde in ein Familiensystem hineingeboren. Wir empfinden und erleben unsere Familie tief in der Seele und sind dem System (ob wir wollen oder nicht) treu verbunden.

aufstellungsarbeit_01Oft sind wir durch starke Bindung, unglückliche Schicksale, gestörten Ausgleich oder durch fehlende Würdigung unbewusst verstrickt, was unser Leben möglicherweise sehr einschränkt oder blockiert.

Das kann zu Problemen führen im Umgang mit uns selbst, Partnerschaft, Eltern, Kindern, Beruf, Geld, etc.

In der Aufstellungsarbeit ist es möglich diese inneren Bilder, Verstrickungen und Verhaltensweisen des Klienten sichtbar und auch spürbar zu machen. Das Ziel jeder Aufstellung ist es die Ordnung im System des Klienten wiederherzustellen und diese spürbare neue Qualität als Kraftquelle für sich selbst zu integrieren.


Woher kommt der Begriff “Familienaufstellung”?

Aufstellungsarbeit ist eine Methode aus dem Psychodrama und der systemischen Familientherapie, wobei die Ursprünge bei Virginia Satir und Moreno liegen. Bert Hellinger hat seine Art der Aufstellungsarbeit “Familienstellen nach Hellinger” benannt und  sie unter anderem durch lösende Sätze und aktive Interventionen ergänzt.

Bin ich bereit für eine Aufstellung?

Nach einem kurzen Vorgespräch machen wir uns ein Bild, ob eine Aufstellung für den Klienten das richtige Werkzeug ist oder ein anderer Zugang mittels Coaching, Klopftechnik, Kinesiologie besser für ihn ist.

Bei Klienten, die in psychotherapeutischer/ärztlicher Behandlung sind oder Psychopharmaka nehmen, holen wir zuerst das schriftliche Einverständnis des Therapeuten oder Arztes ein.

Da uns die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Klienten sehr wichtig ist, beachten wir stets diese Grenzen.

Ablauf

  1. Der Aufsteller formuliert im Vorgespräch sein Anliegen, sein Ziel, was er verändern möchte. Wichtig ist, dass der Aufsteller im Gefühl ist und auch die Bereitschaft hat, etwas verändern zu wollen.
  2. Offene Aufstellung. Der Aufsteller wählt aus einer Gruppe von Personen einen Repräsentanten für sich und die weiteren Darsteller, die für die Aufstellung gebraucht werden.
  3. Der Aufsteller verbindet sich nacheinander innerlich mit jedem Darsteller und stellt sie im Raum auf.
  4. Ab jetzt ist es wichtig zu beobachten, fühlen und wahr zu nehmen. Denn alle Darsteller repräsentieren einzelne Aspekte/Themen und spüren deren Emotionen.

Deutung

Aus der Art und Weise wie die Darsteller zueinander stehen, sich anschauen oder auch nicht, kann man energetische Verstrickungen und unbewusste Dynamiken ableiten und diese wenn möglich lösen.

aufstellungsarbeit_02Jede Aufstellung wirkt energetisch auf  das System in seiner Ganzheit und bewirkt eine Veränderung. Bei manchen geht das innerhalb kürzester Zeit. Und bei einigen dauern die Prozesse länger. Nur wenn der Aufsteller bereit ist, können die Dynamiken ans Licht gebracht werden. Vor einer Aufstellung ist es wichtig, sich mit dem eigenen Stammbaum auseinander zu setzen.


Praxisbeispiel

Jemand der von seinem Vater geschlagen wurde, ist voller Verachtung ihm gegenüber, jedes Mal wenn er ihn sieht, ist er schlecht drauf und angespannt, was natürlich auch die eigene Familie zu spüren bekommt. Er schenkt ihm durch seine Wut ganz viel Aufmerksamkeit, es hemmt ihn aber und kostet ihn immer wieder Kraft.

In einer Aufstellung werden dann Vater und Sohn gegenüber gestellt. Wichtig ist, es in Beziehung zu bringen. Der Vater weiß gar nicht wie es dem Kind geht. Das Kind sagt „Papa das hat sehr weh getan, ich war so hilflos und war so wütend auf Dich!“. Durch diese Lösungssätze, kann sehr viel unterdrückter Schmerz hochkommen, er kann ihn nach außen bringen richtet ihn nicht mehr gegen sich selbst.

 

Darsteller des Vaters: “Ich konnte damals nicht anders und es tut mir sehr leid“.

Dann kann Frieden kommen statt Hass. Vielleicht ist sogar eine erstmalige Umarmung möglich, das kann sein, muss aber noch nicht sein. Jeder macht es in seiner Zeit.


Allgemeines

Kinder sind ein Leben lang mit ihren Eltern verbunden. Aus dieser Treue wird auch oft Unglück der Eltern übernommen – ein Paar lebt in unglücklicher Beziehung. Die Kinder aus dieser Ehe werden kaum Mut oder Kraft haben, in ihren eigenen Beziehungen glücklicher zu sein als die Eltern. In ihren Herzen wäre es Verrat. Das gilt für alle Kinder.

An der Oberfläche mag der Kontakt der Kinder zu den Eltern abgerissen oder gar feindseelig sein, aber die Kinder stehen immer im Dienste des Familiensystems. Jede Aufstellung wirkt auf das Familiensystem in seiner Ganzheit und bewirkt Veränderung. Bei manchen geht das innerhalb kürzester Zeit, bei anderen dauern diese Prozesse länger.


Lösungsbild/Endbild

Das Lösungsbild, welches sich am Ende der Aufstellung zeigt, hilft bei der Veränderung. Es sollte innerlich verankert werden, wie ein neuer Samen gepflegt werden,  um es im Bedarfsfall als Ressource immer wieder abzurufen.

Dauer

Die Dauer einer Aufstellung ist ganz individuell. Sie kann von 30min bis 1,5h Stunden dauern.

 

Weitere Informationen zu unseren Aufstellungsabenden findest du hier.